Die Phonetik – der Weg zu einer puristischen Sprache

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Elder Futhark
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Die Phonetik – der Weg zu einer puristischen Sprache

Beitragvon Elder Futhark » 06.04.2017, 00:11

Werte Gemeinde!

Zum Erreichen des sprachlichen Ziels – der puristischen Sprache – ist natürlich auch eine gute Orthographie nötig, ebenso wie eine gute Aussprache. Auch bei Fremdsprachen muss man auf die Aussprache achten, ansonsten hört sich das so an.
Hierbei hilft die knorke Phonetik.
Ihr Erlernen kann sowohl Schwächen in der Aussprache als auch Schwächen in der Orthographie langfristig beheben. Daher werde ich Sie einmal über die Grundlagen informieren. Wie immer richtet sich auch dieser Beitrag über Sprachen vor allem an Jugendliche, die die deutsche Sprache nicht beherrschen. Deswegen werde ich einfach und selbst für täglich Masturbierende verständlich erklären.

Ein phonetisches Instrument zur Darstellung der korrekten Aussprache ist das sogenannte Internationale Phonetische Alphabet, kurz: IPA. Seine Symbole basieren hauptsächlich auf dem lateinischen Alphabet und auf dem griechischen Alphabet.

Die Vokale lassen sich in folgende Gruppen unterteilen: Vorderzungenvokale, Zentralvokale und Hinterzungenvokale. Die Aussprache kommt nun darauf an, ob der Vokal geschlossen, fast geschlossen, halbgeschlossen, mittig, halboffen, fast offen oder offen ist.
Schnellfuß veranschaulicht diesen Zusammenhang der Vokale recht gut.
SchnellfußVokalzusammenhang.png
Schnellfuß hat zu jedem dieser Laute einen Artikel. Hierbei handelt es sich um redliche Artikel – scheuen Sie sich also nicht, die Artikel zu lesen, falls Interesse besteht!
Ich werde Ihnen ein Beispiel geben: Wenn Sie das »i« in »Bibel« einzeln aussprechen und dabei Ihren Mund runden, wird es zu einem »ü«.
Wenn Sie das »i« in Bibel mehrere Male einzeln aussprechen und dabei die Öffnung in Ihren Lippen vergrößern, wird das »i« zu einem »e« wie in »Gebet«. Runden Sie diesen Vokal, wird er zu einem »ö« wie in »Zölibat«.
Wenn Sie die Öffnung Ihrer Lippen noch weiter vergrößern, wird aus dem »e« wie in »Gebet« ein »ɛ« (griechische Minuskel »Epsilon«), also ein kurzes »e«, oder auch ein »ä«, aus dem »ø« (»ö« wie in »Zölibat«) wird ein »œ«, also ein »kurzes ›ö‹«.
Wenn Sie die Öffnung ein weiteres Mal vergrößern, kommen Sie zur modernen Aussprache des englischen »a«. Dass das »a« im Englischen so ausgesprochen wird, liegt an der Großen Vokalveränderung (unredlich: »Great Vowel Shift«) – im 16. Jahrhundert wurde das »a« zu einem »æ«. Das »æ« hatte es im Englischen zwar schon früher gegeben, aber auf diese Weise wurde aus einem ehemaligen »a« ein »æ«. Es war aber nicht jedes »a« betroffen, daher gibt es auch das eine oder andere »a«, das nicht von der Großen Vokalveränderung beeinflusst war. Wir sehen hier, was phonetisch gesehen passiert ist: Die Öffnung beim »a« hat sich ein wenig verkleinert. Es ist allerdings anzumerken, dass es sich bei dem »a«, von dem ich gerade rede, nicht etwa um den deutschen Buchstaben »a« handelt – jener ist ein Zentralvokal, kein Vorderzungenvokal. Das »a«, das Sie schon bei einer kleinen Vergrößerung der Öffnung erhalten, ist z. B. im Französischen existent. Bei dem »ɶ« handelt es sich übrigens um einen unknorken dialektalen Laut, welcher vermieden werden sollte.

Auf die anderen Vokale werde ich nicht eingehen, da ich die Verschwendung von christlichem Speicherplatz vermeiden möchte. Ich empfehle Ihnen, den IPA-Artikel auf Schnellfuß zu lesen.

Nun werde ich auf die Konsonanten eingehen. Es folgt eine Abbildung, die unsere Artikulationsinstrumente zeigt.
Artikulationsorte.png
Wichtige Artikulationsorte:
1–2: Lippe (labial)
3: Zähne (dental)
4: Zahnfächer (alveolar)
5: Gegend hinter den Zahnfächern (postalveolar)
7: harter Gaumen (palatal)
8: weicher Gaumen (velar)
9: Gaumenzäpfchen (uvular, auch: postvelar)
10: Rachen (pharyngal)
11: Stimmbänder (glottal)
Es gibt folgende Gruppen von Lauten:

Frikativ: Die Frikative sind die wichtigste Lautgruppe. Sie existieren in Kombination mit jedem Artikulator. Bei einem Frikativ wird eine Engstelle gebildet. Dadurch wird die Luft verwirbelt, was dazu führt, dass der Frikativ erzeugt wird (z. B. »s«, »f«).
Plosive: Bei der Artikulation wird der Luftstrom blockiert (z. B. »p«, »t«). Das führt zu einer lautlichen »Explosion«.
Vibrant: Eine kurze Abfolge von Öffnung und Schließung zwischen dem beweglichen Artikulator und dem Artikulationsort führt zu diesem Laut. Vibranten sind immer stimmhaft, und es gibt nur alveolare, uvulare und bilabiale Vibranten.
Tipp (unredlich: »Tap«): Die Zunge schlägt gegen den Artikulationsort. Im Deutschen gibt es keinen Tipp.
Approximant: Die Luft kann relativ ausgeglichen und ungehindert durch die Mundöffnung strömen (z. B. »l«, alle Vokale)
Nasal: Die Luft strömt hauptsächlich durch die Nase heraus (z. B. »m«, »n«).
Klicklaut: Es wird mithilfe zweier Verschlüsse eine »Luftkammer« gebildet. Dadurch, dass ein Verschluss geöffnet wird, entsteht der Laut. Die Khoisan-Sprachen, welche von Negern in Südwestafrika gesprochen werden, kennen teilweise mehr als fünfzig Klicklaute.
Affrikate: Eine enge Verbindung aus Frikativ und Plosiv sorgt dafür, dass die »Explosion« in den Frikativ übergeht (z. B. »dsch«).

Die meisten Artikulationsorte sehen Sie bereits auf der Abbildung. Dennoch seien sie angesprochen:

Velare werden dadurch gebildet, dass der hintere Zungenrücken am Gaumensegel einen Verschluss bildet (–> »k«, »g«) oder sich zumindest stark dem Gaumensegel nähert (–> »ch«). Die Labiovelare stellen eine Untergruppe dar, welche sowohl die Lippen als auch die Annäherung ans Gaumensegel zur Artikulation benötigt.
Glottale werden durch die Stimmritze gebildet (z. B. Glottisschlag).
Bilabiale werden mit beiden Lippen gebildet (z. B. »b«, »p«).
Alveolare werden am oberen Alveolarfortsatz gebildet.
Dentale werden mit den Zähnen gebildet (z. B. »f«). Die Labiodentale werden mit den Lippen und den Zähnen gebildet.
Uvulare werden unter Beteiligung des Gaumenzäpfchens gebildet (z. B. »r«).
Palatale werden durch Kontakt des vorderen Gaumens mit der Zunge gebildet (z. B. »j«)
Laterale sind Laute, bei denen der Überwindungsmodus an den Seiten zu finden ist (z. B. »l«).
Pharyngale sind typisch fürs Arabische. Es wird im Rachen eine Enge gebildet.
Retroflexe werden dadurch gebildet, dass die Zunge hinter den Zahndamm gedrängt wird.

Einige Laute, die konsonantisch und im Deutschen häufig sind:
[f] – stimmloser labiodentaler Frikativ
[v] – stimmhafter labiodentaler Frikativ
[s] – stimmloser alveolarer Frikativ
[z] – stimmhafter alveolarer Frikativ
[⁠ʃ⁠] – stimmloser postalveolarer Frikativ
[ʒ] – stimmhafter postalveolarer Frikativ
[p] – stimmloser bilabialer Plosiv
– stimmhafter bilabialer Plosiv
[t] – stimmloser alveolarer Plosiv
[d] – stimmhafter alveolarer Plosiv
[ŋ⁠] – stimmhafter velarer Nasal
[n] – stimmhafter alveolarer Nasal
[m] – stimmhafter bilabialer Nasal
[l] – stimmhafter lateraler alveolarer Approximant

Das englische »th« bereitet oft Probleme. Dies liegt daran, dass es den allgemein recht seltenen dentalen Frikativ repräsentiert. Er wird also nur mit den Zähnen gebildet.
Oft wird daraus ein [f] bzw. [v] gemacht, manchmal sogar ein [s]. Natürlich ist das nicht korrekt.

Dann aber will ich den Völkern reine Lippen geben, dass sie alle des HERRN Namen anrufen sollen und ihm einträchtig dienen.


Dazu gehört natürlich auch eine tadellose Aussprache.

Hoffend, einigen Brettnutzern geholfen zu haben
Elder Futhark
Dann aber will ich den Völkern reine Lippen geben, dass sie alle des HERRN Namen anrufen sollen und ihm einträchtig dienen.
(Zephania 3, 9)
Ich erlaube aber einem Weibe nicht, zu lehren, noch über den Mann zu herrschen, sondern still zu sein, denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva.
(1. Timotheus 2, 12–13)

»Das Christentum hat für alle Lebenslagen und -fragen die Antworten, die menschengerecht sind, […] die eine lebenswerte Zukunft garantieren.«
– Rudolf Gehring, CPÖ-Spitzenkandidat

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Re: Die Phonetik – der Weg zu einer puristischen Sprache

Beitragvon Gunnar Kirsch » 07.04.2017, 00:52

Wertes Fräulein Futhark,

werten Dank für diesen knorken Beitrag, der und besser verstehen lässt, bei welcher Mundöffnung der HERR welchen Laut hören will.

Einen Laut formend

Gunnar Kirsch
Wenn jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, so nehmt ihn nicht ins Haus und grüßt ihn nicht. Denn wer ihn grüßt, der hat teil an seinen bösen Werken.

2. JOHANNES 10f


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