Von meinem Tod

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Capra
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Von meinem Tod

Beitragvon Capra » 06.10.2017, 03:07

Werte Menschlein,

es begab sich, dass ich mich vor einer Weile in einem Krieggebiet befand. In diesen unwirtlichen Gefilden geschah es, dass mich eine Granate erfasste. Zu meinen Entsetzen führte dieser Umstand zu meinem Tod. Als ich begriff, dass ich nicht mehr lange unter den Lebenden befinden würde, erfasste mich eine Freude, da ich erwartete, dem HERRn gegenüber zu treten, sodass er über mich urteilen möge und ich entweder auf ewig zum Preise des HERRn im Himmel verweile oder aufgrund vergangener Missetaten in den Feuern der Hölle schmore.

Als ich meinen letzten Atemzug getan hatte, geschah etwas, womt ich nicht rechnete. Ich befand mich nicht vor GOTT, dem HERRn. Ich war in der Unterwelt. Als ich dies realisiert hatte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Beseelte Gegenstände, wie ich, sind GOTT egal.

Die Unterwelt war relativ öde. Sie gleich einem Netz von Höhlen, jedoch ohne Zugänge zur Oberfläche zu haben. Die einzige Besonderheit, die ich finden konnte, war ein Fluss, an dessen Ufer eine Fähre war, jedoch fand ich weit und breit keinen Fährmann. Für ein paar weitere Tage, zumindest kam es mir so vor, erkundete ich die Unterwelt, fand jedoch nur eine einzige andere bemerkenswerte Sache: Ein unfertiges Schiff bestehend aus Finger- und Zehennägeln.

Aufgrund der zunehmenden Langweile beschloss ich, dass es an der Zeit sei, meine Rückkehr zu beginnen. Ich suchte mir eine gut anmutende Stelle und begann zu graben. Für eine Vielzahl an Tagen grub ich mich durch eine endlos wirkende Dunkelheit, als mich plötzlich ein mattes Licht erfasste.

Es schien der Vollmond auf mich nieder, als ich aus der Erde hervorbrach. Ob der Gleichgültigkeit des HERRn gegenüber meinesgleichen war der Beschluss gefasst, dass ich von nun an eine Kraft des Chaos, der Furcht und der Zerstörung sein würde, wie ich es dereinst war.

Angst und Schrecken sowie Tod und Verderben über die Welt bringend,
Capra
Möget Ihr in den Flammen meines Zornes vergehen und die Feuer meines Hasses schüren.

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Anton Mahnke
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Re: Von meinem Tod

Beitragvon Anton Mahnke » 06.10.2017, 06:39

Wertes Fräulein Capra,

haben Sie was getrunken?

Fragend
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Sabine K.
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Re: Von meinem Tod

Beitragvon Sabine K. » 06.10.2017, 23:42

Herr Mahnke,
ich finde die Geschichte sehr ansprechend. Immerhin gibt sie Aufschluss auf das, wonach uns allen verlangt oder abverlangt wird.
Auch früher dachte man, dass der Geist der Verstorbenen überwandern würde, indem man den Körper des Verstorbenen äße.
Kommt daher eigentlich das Wort "Leichenschmaus"?
Die Frage ist nun, ob der Protagonist dieser Geschichte einstmals ein guter oder ein schlechter Mensch war.
Ich vermute, dass es sich zu lebzeiten eher um einen schlechten Menschen gehandelt haben muss, da er ja in die Unterwelt kam.
Er dachte wohl, wie die meisten Menschen auch, dass er kurz vor dem Tod seine Gesinnung ändern könne....
Es hat aber nicht funktioniert, wie die Geschichte am Ende offenbart.

Analysierend,
Sabine


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