Ventilatorengeschichten

Schreiben Sie hier selbst Gedichte, Geschichten und Lieder und spielen Sie ungefährliche Anschnurspiele
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Philippo Hase
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Re: Ventilatorengeschichten

Beitragvon Philippo Hase » 08.05.2016, 22:21

Hallo Freddy.
das frage ich mich langsam auch...:(

MfG. Phil

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Re: Ventilatorengeschichten

Beitragvon Anja Spießig » 15.05.2016, 14:17

Beitrag wegen abgrundtiefer Dummheit gelöscht.

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Lazarus Steiner
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Re: Ventilatorengeschichten

Beitragvon Lazarus Steiner » 17.05.2016, 00:33

Fräulein Anja,
unterlassen Sie gefälligst das Dosenfleischen und das Verschwenden christlichen Speicherplatzes.
Warnend,
Herr Steiner
Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus:
obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet. (Reinhard Brandt)

Wählen Sie die ARA! Denn eine Stimme für Asfaloths ist eine Stimme für den HERRn!

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Re: Ventilatorengeschichten

Beitragvon Mark Nero » 19.05.2016, 23:28

Werte Gemeinde,

ich habe die Geschichten gelesen,
doch kapiere den Kontext nicht.
Die Geschichten sehr langweilig gewesen,
da hilft auch nicht das reinste Licht.

Nero
Wer ein Spiel nicht gewinnt...und wer ein Puzzle nicht auflösen kann..ist einfach ein Verlierer.

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Re: Ventilatorengeschichten

Beitragvon Andreas Kreuzer » 20.05.2016, 21:22

Bub Nero,

Ihr Gedicht reimt sich, ist aber etwas holprig verfasst.
Arbeiten Sie daran!

"Die Geschichten habe ich gelesen,
versteh´ jedoch den Kontext nicht.
Denn meistens steh´ ich nur am Tresen,
Schulabschluss, den hab´ ich nicht."

So in etwa wäre es angemessen gewesen. Werten Sie meine Zeilen bitte nicht als Beleidigung,
sondern als ernstgemeinten Ratschlag an einen Dichterkollegen.

Ihr A. Kreuzer

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Re: Ventilatorengeschichten

Beitragvon Mark Nero » 21.05.2016, 00:41

Werter Herr Kreuzer,

leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Ihnen bei der Verbesserung meines Gedichtes ein Fehler unterlaufen ist, da sich das letzte Wort der 2. Zeile und das letzte Wort der 4. Zeile nicht reimen, sondern identische Wörter sind.

Nero
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Re: Ventilatorengeschichten

Beitragvon Andreas Kreuzer » 21.05.2016, 10:53

Bub Nero,

da haben Sie vollkommen Recht. Verzeihen Sie mir diesen Schnitzer.

"Die Geschichten habe ich gelesen,
versteh´ jedoch den Kontext nicht.
Denn oftmals steh´ ich nur am Tresen,
wenn nicht, dann meistens vor Gericht"

Ihr A. Kreuzer

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Re: Ventilatorengeschichten

Beitragvon Lazarus Steiner » 22.05.2016, 23:47

Bub Nero,
sapperlot, die Wörter "nicht" und "nicht" reimen sich sehrwohl!
Lesen Sie einmal auf Wikingerfüße nach:
Der Reim ist im weiteren Sinne eine Verbindung von Wörtern mit ähnlichem Klang.
Die beiden von Ihnen bemängelten Worte haben selbstverständlich einen ähnlichen Klang!
Scheltend,
Herr Steiner
Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus:
obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet. (Reinhard Brandt)

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Re: Ventilatorengeschichten

Beitragvon Andreas Kreuzer » 23.05.2016, 00:21

Werter Herr Steiner,

der Dichterkollege Nero hat schon Recht. Es gehört sich nicht, einfach die gleichen Worte zu verwenden, auch
wenn es zulässig ist.

Den Denker und Dichter in mir sprechen lassend,

A. Kreuzer

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Re: Ventilatorengeschichten

Beitragvon Lynessa Lavellan » 12.06.2016, 23:46

Werte Gemeinde,

die folgende Geschichte ist die Fortsetzung einer Geschichte, die ich damals auf der alten BJ briefte. Wer sie zu lesen wünscht, kann sie über diese Verschaltung finden: http://archiv.bibeltreue-jugend.net/bib ... -t163.html

Königin Gyvenne die Erste: Die Suche nach einem König


Gyvenne hatte der Empfehlung von Pater Melchior Folge geleistet und den Hofberater, einen hageren, rattengesichtigen Mann mittleren Alters, darum gebeten, ihr eine Liste lediger Prinzen aus den Nachbarkönigreichen zu erstellen. Die Voraussetzungen dabei waren recht simpel: Der Prinz durfte kein Erstgeborener sein, also in der Thronfolge seiner Heimat nicht an erster Stelle stehen. Er sollte einen guten Ruf genießen. Mit Säufern, Vergewaltigern und Hurenböcken wollte Gyvenne nichts zu tun haben. Und er sollte ungefähr Gyvennes Alter haben. Sie konnte sich nicht vorstellen, einen alten Mann oder einen Knaben zu heiraten.
Die Liste, die dabei zusammenkam, war bedauerlich kurz. Dabei scheiterte es meistens am Ruf der Prinzen.
,,Man sollte meinen, dass die Königshäuser dieser Welt ein wenig mehr moralische Integrität beweisen. Jedes einzelne Königshaus in der Nähe von Cavellin hat mindestens drei Söhne, und von den Zweit- und Drittgeborenen haben gerade einmal vier Prinzen einen einigermaßen annehmbaren Ruf!", presste Gyvenne zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor, als sie mit Jessica die Liste überflog.
,,Das ist traurig", seufzte Jessica. ,,Der Herr bringt uns so viel Gutes in dieser Welt, aber so viele Monarchen wissen es nicht zu schätzen. Dabei sollten doch gerade sie ein Vorbild für ihre Untertanen sein. Und du verdienst einen guten, ehrenhaften Ehemann."
,,Nun... ich weiß wirklich nicht, wie das Protokoll es verlangt. Meinst du, wir sollen die vier Prinzen, die noch zur Auswahl stehen, hierher einladen, damit ich sie kennenlernen kann?" Gyvenne legte das Blatt Pergament wieder auf den Tisch und rieb sich die Augen. Es war schon spät, und es war ein langer Tag gewesen.
,,Ich... bin ziemlich sicher, dass es nicht so funktioniert", gab Jessica sanft zu bedenken.
In plötzlicher Frustration knurrte Gyvenne:,,Dann wird es Zeit, dass es anfängt, so zu funktionieren. Ich werde sicher nicht einfach so jemanden heiraten, den ich noch nie getroffen habe. Wenn sich die Prinzen zu fein dafür sind, ihre potenzielle Königin kennenzulernen, sind sie die Mühe ohnehin nicht wert."
Jessica schwieg dazu, wohl wissend, dass Gyvenne nicht von dieser Idee ablassen würde. Erst recht nicht in diesem Gemütszustand. Die letzten Tage seit dem Tod des Königs waren lang gewesen. Herzöge, Grafen und Barone waren gekommen, um mit Gyvenne zu sprechen, sie zu beglückwünschen und sich über ihre Heiratsaussichten zu erkundigen. Und das ließ Gyvennes Nerven wohl so blank liegen. Die ständigen Fragen, das ständige Bohren und Drängen des Adels.
,,Ich... werde dem Hofberater sagen, er soll Kuriere mit den Nachrichten an die Prinzen losschicken. Du solltest schlafen, Gyvenne."
,,Schlafen... ja... danke, Jessica." Gyvenne lächelte ihrer Freundin zu. ,,Auch dafür, dass du meine Laune in den letzten Tagen ertragen hast."
,,Du bist angespannt. In Anbetracht der Umstände ist das vollkommen normal, Gyvenne. Immerhin wirst du bald das Königreich deines Vaters regieren." Die Ordensschwester legte beide ihre Hände auf die der baldigen Königin. ,,Aber ich weiß, dass du das schaffen kannst. Du hast immer nur das Beste für deine Untertaten im Sinn gehabt. Weißt du noch, wie du damals Fleisch, Brot und Käse aus der Schlossküche stibitzt hast, um es unter den Armen zu verteilen? Du bist stark und hast ein gutes Herz. Und du wirst eine fantastische Königin sein, egal, wer am Ende dein Mann wird."
Gyvenne lächelte noch breiter. ,,Danke... gute Nacht." Damit stand sie auf und machte sich auf den Weg ins königliche Schlafgemach. Jenem Gemach, in dem einst ihr Vater geruht hatte.

Die Nachrichten an die Prinzen wurden am nächsten Tag losgeschickt. Gyvenne verbrachte den größten Teil des Tages damit, sich mit angereisten Adeligen zu unterhalten. Später am Nachmittag dann ging sie in die Kapelle, wo sich Pater Melchior in der Regel befand, in der Hoffnung, dort etwas Ruhe zu finden. Aber der alte Pater war nicht der Erste, den sie sah, als sie die Kapelle betrat.
Eine Gestalt kniete vor dem Altar. Ein Mann von großer Gestalt. Die Sonne, die durch das große Fenster an der Stirnseite fiel, zauberte einen sanften Glanz auf sein hellbraunes Haar. Es sah beinahe aus wie ein Heiligenschein... Als er ihre Schritte hörte, schreckte er offenbar aus seinem Gebet und stand auf, sich dabei zu ihr umdrehend.
Die Augen beider weiteten sich, als sie einander erkannten.
,,Hector!" Sie dachte sich nicht viel dabei, als sie ihren alten Freund in die Arme schloss. ,,Oh, ich bin so froh, dass es dir gut geht! Ich war besorgt, als ich dich in den letzten Tagen nirgendwo gesehen habe."
,,Uh...Eu... Eure Majestät, ich glaube nicht, dass Ihr... dass Ihr das tun solltet", gab Hector unsicher zu bedenken. ,,Was... was werden die Leute denken, wenn sie sehen, dass die Königin dem Hauptmann der königlichen Wache so nahe ist?"
Sie ließ ihn los. ,,Hauptmann der königlichen Wache?"
Er kratzte sich verlegen am Nacken. ,,Ja... seht Ihr, der vorherige Hauptmann... fiel einem Wutanfall Eures Vaters zum Opfer. Und da Euer Vater wohl keine rechte Lust hatte, darüber nachzudenken, wer am besten für diese Aufgabe geeignet wäre, hat er sie mir übertragen. Wahrscheinlich weil ich gerade in der Nähe war. Ich hatte in den letzten Tagen auch viel zu tun, wisst Ihr, deshalb kam ich nicht dazu, Euch zu besuchen. Es tut mir leid, dass Ihr Euch deshalb Sorgen gemacht habt... Eure Majestät."
,,Hector, ich habe es schon zu Jessica gesagt, und ich sage es jetzt auch zu dir: Nenn mich nicht so. Ich bin noch immer Gyvenne. Dieselbe Gyvenne, die dich damals mit Pferdeäpfeln beworfen hat, weil du ihr nicht dabei helfen wolltest, ihrem Lehrer einen Streich zu spielen." Sie lachte bei der Erinnerung, erinnerte sich dann aber, wo sie war und wurde wieder still. ,,Komm, wir sollten uns woanders unterhalten. Ich würde nur ungerne die Stille der Kapelle stören."
,,Einen Moment noch", ertönte es aus der Ecke der Kapelle, wo sich die Tür zu Pater Melchiors Schlafkammer befand. Der alte Pater kam durch eben jene Tür auf die beiden zu. ,,Eure Majestät, ich hatte gerade mit Ser Hector über Euch gesprochen. Zwar leben wir nach dem Tod Eures Vaters in relativ friedlichen Zeiten, jedoch solltet Ihr stets eine Leibwache an Eurer Seite haben. Nach einiger Überredung meinerseits hat Ser Hector sich bereiterklärt, seine relativ neue Position als Hauptmann der königlichen Wache abzugeben und stattdessen die ehrenvolle Aufgabe zu übernehmen, direkt für Eure Sicherheit zu sorgen. Ich dachte mir, dass es Euch wohl lieber wäre, wenn Euer Kindheitsfreund stets an Eurer Seite wäre."
,,Solange Ihr mich nicht wieder mit Pferdeäpfeln bewerft", fügte Hector mit einem Grinsen hinzu, und beide lachten.

In den kommenden Tagen wich Hector nur selten von Gyvennes Seite, und sie war dankbar dafür. Sie wusste, dass die Augen des gesamten Reiches auf ihr ruhten, und es war keine einfache Bürde, aber die Anwesenheit ihres alten Freundes machte es erträglicher. Dann kam endlich der Tag, an dem die Prinzen, die Gyvenne eingeladen hatte, eintreffen sollten. Schon vom frühen Morgen an war sie schrecklich nervös, lief von ihrer Ankleide, zum Spiegel und wieder zurück.
Hector indessen saß in einer Ecke des Schlafgemaches und beobachtete ihr Treiben, bis er irgendwann aufstand, sie an beiden Händen packte und dann dazu brachte, sich ebenfalls hinzusetzen. ,,Gyvenne, bist du wirklich sicher, dass du diese Männer treffen willst?"
,,Nein. Im Gegenteil. Wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich sie wieder nach Hause schicken, sobald sie hier angekommeen sind. Was war das nur für eine unsinnige Idee? Ich mache mich damit nur verrückt!"
,,Verrückt bist du auch vorher schon gewesen", witzelte er, wurde dann aber wieder ernst. ,,Gyvenne... hast du eigentlich schon jemals daran gedacht, vielleicht jemanden zu heiraten, der keinem Königshaus angehört? Du bist die Regentin. Es ist dabei vollkommen egal, welches Blut dein Ehemann hat. Deines ist königlich genug für beide. Und dem Volk ist es egal, wen du heiratest, solange die Gewaltherrschaft deines Vaters vorbei ist."
,,Aber den Adeligen wird es nicht egal sein", erwiderte Gyvenne bitter. ,,Blutsreinheit und Adel bedeuten ihnen alles... immerhin ist es alles, was sie haben. Die meisten von ihnen sind charakterlich in etwa so rein wie ein Haufen Dung, und auch nicht besonders helle."
,,Warum beugst du dich ihnen dann?", fragte Hector in plötzlicher Wut. ,,Du bist die Königin! Sie haben sich deinen Entscheidungen zu beugen, nicht umgekehrt!"
,,So funktioniert die Politik leider nicht. Eine Königin hat recht wenig Macht ohne die Unterstützung ihrer Lehnsmänner. Glaub mir, ich wünschte, ich könnte einfach heiraten, wen ich will. Aber..." Sie senkte den Kopf, hob ihn dann aber wieder. ,,Hector, erinnerst du dich an den einen Sommer, als wir noch Kinder waren? Jessica war zu der Zeit mit ihren Pflichten als Novizin beschäftigt, und ich hatte gerade herausgefunden, dass mein Vater mich an den König von Lucifania verheiraten wollte. Ich saß auf der Burgmauer und wusste nicht, was ich tun sollte. Der König würde bald für die Hochzeit kommen. Ich... ich war klein und verängstigt."
Er erinnerte sich. ,,Und... ich bekam davon mit. Nachdem du mir alles darüber erzählt hast, habe ich darauf gewartet, dass der König ankam, um dich fortzubringen, und legte dann einige Fallen, die ihn glauben ließen, die Geister deiner Vorfahren wären gegen diese Verbindung."
,,Du hattest Glück, dass Vater nie herausgefunden hat, wer hinter diesem Spuk steckte, sonst hätte dich das vermutlich deinen Kopf gekostet. Immerhin wollte danach kein König mehr etwas von einer Hochzeit mit mir wissen. Ich frage mich, ob dieses Gerücht noch immer umgeht? Vielleicht tauchen die Prinzen dann ja auch gar nicht auf." Ihre Stimme klang hoffnungsvoll. Dann wandte sie sich wieder an Hector:,,Aber das ist auch nicht das Thema... du hast immer so viel für mich getan. Manchmal, wenn ich übermütig wurde, hast du mich zurückgehalten, aber wenn es wirklich ernst wurde, konnte ich mich immer auf dich verlassen."
Ihr Leibwächter blickte zur Seite. ,,Ein wahrer Mann beschützt, was er liebt."
Im Grunde hatte sie es gewusst. Und das schon immer. Hector war seit ihrer Kindheit nie von ihrer Seite gewichen, und auch während ihres Exils hatte sie ihn schmerzlich vermisst. Trotzdem trieb dieses Geständnis ihr Tränen in die Augen. ,,Ich hasse diese Politik..."
,,Dann müssen wir sie ändern."
,,Meinst du, das geht so einfach?" Sie lachte bitter auf.
,,Wir werden sehen." Er richtete sich auf. ,,Die Prinzen sollten bald da sein."

Die Prinzen kamen tatsächlich wenig später an. Vier an der Zahl; der zweitgeborene Prinz von Lucifania, an dessen König Gyvenne als kleines Mädchen hätte verheiratet werden sollen, der zweitgeborene Prinz von Starkhaven und zwei Prinzen aus dem Königreich Missara. Alle waren sie in prächtige Gewänder gekleidet, besetzt mit Juwelen und mit Goldfäden bestickt.
,,Ich hoffe, Ihr wisst, dass dieses Vorgehen das Protokoll verletzt, Prinzessin Gyvenne", richtete der Prinz von Lucifania das Wort an sie.
,,Die Zeiten ändern sich, und das Protokoll sollte Schritt halten, wenn es nicht vollkommen zurückgelassen werden will", erwiderte Gyvenne trocken. ,,Und mein Titel lautet Königin. Ihr tätet gut daran, weniger unverschämt aufzutreten, wenn Ihr Euch an einem fremden Hofe befindet, Prinz Alexiel. Falls Ihr glaubt, Euren eigenen Status aufpolieren zu können, indem Ihr mir öffentlich den Respekt verweigert, seid Ihr hiermit kläglich gescheitert. Noch so eine Frechheit, und meine Wachen werden Euch mit Freuden die Tür zeigen."
,,Es ist schon seltsam, dass Ihr Euer Ludermaul so weit aufreißt. Man sollte meinen, Euer Vater hätte Euch das ausgetrieben!", schleuderte der Prinz ihr entgegen, woraufhin sie sich nur kühl an die zwei Wachen wandte, die den Eingang zum Thronsaal bewachten:,,Wachen, entfernt dieses Subjekt. Und stellt sicher, dass seine Familie über sein Verhalten benachrichtigt wird."
Er schrie Zeter und Mordio, als die beiden stämmigen Männer ihn aus dem Saal schleiften. Indessen wandte Gyvenne sich mit zuckersüßer Stimme an die übrigen drei Prinzen. ,,Ihr dürft ihm gerne folgten, solltet Ihr ebenfalls planen, Euch derart aufzuführen."
Niemand rührte sich, aber Gyvenne hörte deutlich, dass Jessica, die hinter einem der großen Vorhänge, mit denen man den Thron vom Rest des Saals abtrennen konnte, stand, versuchte, ein lautes Lachen zu verbergen. Sie lächelte ihrer Freundin kurz zu und richtete ihren Blick dann wieder auf die Prinzen.
,,Ihr müsst zugeben, dass dies eine... ungewöhnliche Herangehensweise ist, Eure Majestät", sprach nun der Prinz von Starkhaven.
,,Wie ich bereits sagte, halte ich das übliche Protokoll für reichlich überholt. Zudem würde ich nur ungerne einen Fremden ehelichen."
,,Aber so war es immer!", protestierte ihr Gegenüber.
,,Habt Ihr etwas zu verbergen, Prinz Lionel?", fragte Gyvenne süßlich. ,,Oder warum habt Ihr so schreckliche Angst davor, dass ich Euch kennenlerne?"
,,Wer auch immer Euer Ehemann sein wird, er wird Euer Herr und Gebieter sein. Seine Beweggründe sind daher nicht von Belang für Euch."
,,Ich diene niemandem. Wenn Ihr wegen irgendwelchen eingebildeten Herrschaftsansprüchen hier seid, könnt Ihr gerne gehen." Sie machte deutlich, dass das eine Aufforderung war, und der Prinz nahm es offenbar als solche. Er warf ihr einen düsteren Blick zu und verließ dann den Thronsaal.
Nun blieben noch die Brüder aus Missara übrig.
,,Herrin, bevor Ihr Euren scharfen Blick auf uns richtet, möchte ich eines klarstellen", sprach der Ältere. ,,Mein Bruder Gwydion und ich haben seit jeher alles geteilt. Und das wird sich auch nicht ändern."
,,Ich verstehe schon. Allerdings kann ich Euch damit nicht helfen. Vielleicht solltet Ihr Euch an einen Priester Eures Vertrauens wenden, damit er Euch von Eurer Perversion heilt. Und passt auf, dass die Tür Euch auf dem Weg nach draußen nicht trifft."
Hector hatte die ganze Vorstellung stumm beobachtet, konnte aber kaum glauben, was er da sah. Er hatte Gyvenne nie für dumm gehalten, aber was sie da tat, war genial. Sie schaffte es, diese Bewerber abzuweisen, ohne dass es so aussah, als würde es ihr an Respekt vor den anderen Königreichen mangeln. Im Gegenteil, diese Königreiche hatten einen Mangel an Respekt bewiesen, da ihre Prinzen so ein schändliches Verhalten an den Tag gelegt hatten.
Als auch die beiden letzten Prinzen sich getrollt hatten, schritt Gyvenne zu Hector, der sie mit einem Lächeln empfing. ,,Nun... sieht so aus, als würde Cavellin heute keinen neuen König bekommen."
,,Doch", antwortete sie ihm. ,,Das wird es." Sie drehte sich um:,,Hiermit erwähle ich Ser Hector, den Bund der Ehe mit mir zu teilen."
Sie sagte nicht mehr dazu, sondern nahm seine Hand und zog ihn einfach aus dem Thronsaal, die Wachen, Jessica, Pater Melchior und den Hofberater sprachlos zurücklassend.

Sobald sie wieder in Gyvennes Gemach zurückgekehrt waren, fand Hector endlich seine Stimme wieder. ,,Gyvenne, das war..."
,,Purer Wahnsinn? Wahrscheinlich." Sie grinste. ,,Aber der Adel wird sich einfach damit abfinden müssen, eine wahnsinnige Herrscherin zu haben."
,,Ich wollte eigentlich 'unglaublich' oder 'beeindruckend' sagen, aber ich schätze, 'wahnsinnig' trifft es auch", gab er zu und schloss sie dann in die Arme. ,,Bist du dir wirklich sicher, Gyvenne?"
,,Ich bin mir noch nie so sicher gewesen."
Es klopfte an der Tür, und eine sichtlich aufgeregte Jessica kam herein, begleitet von Pater Melchior.
,,Gyvenne, das war unglaublich!"
,,Wahnsinnig", fügte der Pater hinzu. ,,Absolut wahnsinnig. Und das Schlimmste daran ist, dass ich Eure Entscheidung durchaus verstehen kann, Eure Majestät. Der Adel wird nicht erfreut sein."
,,Der Adel soll sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern", erwiderte Gyvenne trocken. ,,Ich sollte mich wohl um die Hochzeitsvorbereitungen kümmern."
,,Oh, ich helfe dir dabei, ein Hochzeitskleid auszusuchen!", sagte Jessica mit leuchtenden Augen.
,,Ich werde die Messe lesen", sprach der Pater, nun wesentlich versöhnlicher wirkend.

Und bald wurden die beiden vermählt. Viele sagten, dass während der Zeremonie ein ganz neuer Geist in das Land Cavellin einzog. Ein Geist der Zuversicht, und der Hoffnung.

Ende

Schreibend,
Lynessa Lavellan

Danke für die schöne Geschichte. A. Kreuzer
"Vielleicht ist der wahre größte Schatz der Welt die fiktiven Charaktere in die wir uns auf dem Weg verliebt haben."
-Ich, 2018


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