Sünden und Tragödien

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Hans Gurtner
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Re: Sünden und Tragödien

Beitragvon Hans Gurtner » 24.08.2018, 22:02

Werte Frau lavellan.

Danke für die Zusage, welche wir hier in Tuttlingen mit einem 5 Liter Bierfass feiern. Das ganze Dorf ist bereits mit den Bierkrügen in feierlicher Stimmung zusammen gelaufen um auch Ihre Taufe sogleich feiern zu können.
Auf Ihre Ankunft am Bahnhof mit der Blasmusik Tuttlingen wartend, Hans Gurtner.
:Bibel

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Lynessa Lavellan
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Re: Sünden und Tragödien

Beitragvon Lynessa Lavellan » 26.08.2018, 20:05

Werter Herr Gurtner,

vielleicht sollten Sie mal darüber nachdenken, sich eine Brille anfertigen zu lassen. Meine Antwort lautete Nein.

Nachdrücklich,
Lynessa Lavellan
"Vielleicht ist der wahre größte Schatz der Welt die fiktiven Charaktere in die wir uns auf dem Weg verliebt haben."
-Ich, 2018

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Re: Sünden und Tragödien

Beitragvon Hans Gurtner » 27.08.2018, 09:53

Werte Frau Lavellan.

Müssen Sie das Wort NEIN so dick unterstreichen ? So macht eine Unterhaltung doch keinen Spaß mehr.
Ein Stoßgebet gen Himmel schickend, Hans Gurtner.

Hoffnung ist ein Glaube mit Zweifel. Hans Gurtner.
:Bibel

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Re: Sünden und Tragödien

Beitragvon Lynessa Lavellan » 22.09.2018, 19:04

Werte Gemeinde,

hiermit präsentiere ich das nächste Kapitel.


Kapitel 3
Aus der Tiefe


In dieser Nacht hatte ich das erste Mal den Albtraum, der sich in den kommenden Wochen ständig wiederholen würde. Zuerst fühlte es sich an, als wäre ich wach, und ich dachte mir nicht viel dabei. Ich wachte nachts oft auf, schlief aber meistens schnell wieder ein. Aber ich konnte mich nicht bewegen, als sei ich ans Bett gefesselt. Dann schlossen sich ein paar eiskalte Hände um meine Kehle. Oder war es doch eine Schlange, die sich um meinen Hals gewunden hatte? Es schien beides zu sein, und doch keins von beidem. Ich rang nach Luft, während meine Lungen schmerzhaft darum kämpften, wieder Sauerstoff einsaugen zu können. Es schien eine Ewigkeit so weiterzugehen, bis es plötzlich aufhörte und ich die Augen aufschlug.

Es war noch mitten in der Nacht, ich lag auf dem Rücken und starrte auf dasselbe alte Black Veil Brides Poster das ich mit vierzehn an die Decke meines Zimmers geklebt hatte. Es dauerte einen Moment, bis ich mich wieder orientieren konnte, zwischen meiner schmerzenden Brust und meinem rasselnden Atem. Dann bemerkte ich, dass mein Handy klingelte. Daemons Nummer stand auf dem Display, zusammen mit dem Bild von ihm. Ich nahm ab.
Er begrüßte mich nicht einmal. „Hast du auch geträumt, jemand würde dich würgen?“
Ich spürte wie ich blass wurde. „Du auch?“, flüsterte ich heiser.
„Nicht nur ich. Elvira, Lucifer, Mephisto und Ebony haben in unseren Gruppenchat auf Whatsapp geschrieben, dass sie denselben Traum hatten.“
Ich setzte mich auf, dabei auf meinen Wecker schauend. Es war halb vier Uhr morgens, zwei Stunden bevor mein Wecker klingeln würde.
„Denkst du, das hat was zu bedeuten?“
„Ist in der Regel so, wenn sechs Leute zur gleichen Zeit das Gleiche träumen.“
„Scheiße.“ Ich rieb mir die Augen. An Schlaf war jetzt überhaupt nicht mehr zu denken; dafür war ich zu aufgedreht.

Drei Stunden später holte Daemon mich vor meiner Tür ab. Seine tiefen Augenringe verrieten, dass er wohl nach dem Albtraum auch nicht mehr geschlafen hatte, und wahrscheinlich sah ich nicht besser aus. Ich war halt doch die Art Diva die ihre zehn Stunden Schönheitsschlaf brauchte, und Daemon war wahrscheinlich ohnehin spät ins Bett gegangen, so wie ich ihn kannte. Er umarmte mich fest zur Begrüßung. „Hast du dich wieder beruhigt?“
Ich war versucht, Nein zu sagen, damit er mich noch ein bisschen länger festhielt. Aber leider nahm unsere Schule das mit der Pünktlichkeit viel zu ernst. „Alles ok.“
Er küsste mich, viel zu kurz vor meinen Geschmack, und trat zur Seite, damit ich an ihm vorbei konnte.

Unten wartete Mephisto in seinem zerbeulten alten Pickup Truck auf uns. Der Song Welcome to the Black Parade von My Chemical Romance dröhnte aus seinem CD-Player, und Elvira und Lucifer hatten es sich schon hinten auf der Ladefläche mit den anderen bequem gemacht.
„Hey, da kommen ja unsere Turteltäubchen! Wir dachten schon, ihr entscheidet euch, zu schwänzen!“ Mephisto war trotz des Albtraums offensichtlich bester Laune. Ebony, die trotz ihres wie immer perfekt gemachten Makeups erschöpft aussah, warf ihm einen düsteren Blick zu.
„Mephisto, du weißt ich liebe dich, aber... kannst du heute vielleicht bitte ein bisschen.... ruhiger sein?“
Er drehte sich zu ihr um, sofort ernst. „Tut mir leid, Ebony. Machst du dir noch Sorgen wegen dieses Traums?“ Er zog sie zu sich bis ihr Kopf auf seiner Schulter ruhte.
Ich musste lächeln, als ich ihre Unterhaltung beobachtete. Die Zwei waren echt zu süß.
Daemon und ich ließen uns ebenfalls auf der Ladefläche nieder, Elvira und Lucifer gegenüber, woraufhin Mephisto den Motor anließ. Dafür, dass der Truck so schrottreif aussah, schnurrte er wie ein Kätzchen. Und außerdem war er praktisch für Dates; Ebony hatte mir mal erzählt dass Mephisto oft mit ihr aus der Stadt fuhr um mitten im Nirgendwo Halt zu machen und auf der Ladefläche liegend die Sterne zu beobachten. Man braucht eben doch kein teures Abendessen für ein romantisches Rendezvous.
Wo ich gerade an Romantik dachte; Daemon hatte schon seit er mich von meiner Wohnungstür abgeholt hatte meine Hand nicht losgelassen. In der Zeit, in der ich nun schon mit ihm zusammen war, hatte ich recht gut gelernt, ihn zu lesen, deshalb merkte ich, dass er sich Sorgen machte.
„Daemon, Schatz, alles in Ordnung. Ich geb zu, es ist seltsam, dass wir alle sechs denselben Traum hatten, aber Träume sind harmlos.“
„Das ist es ja gerade. Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich ein Traum war. Es fühlte sich so real an.“ Er biss sich auf die Unterlippe. „Es ist schon etwas zu auffällig... genau an dem Tag an dem wir gleich mit zwei Leuten aneinandergeraten sind, bekommen wir diesen Albtraum. Erst dieser Leon, dann dieser Prediger. Was, wenn einer von denen doch magische Fähigkeiten hat, aber es vielleicht nicht weiß? Oder absichtlich geheimhält? Ich mache mir Sorgen...“ Er sah zur Seite. „Sorgen um dich.“
„Ich schätze wir anderen wären dann wohl nur Kollateralschaden“, ertönte Lucifers trockene Stimme, und Elvira fing an zu kichern.
„Was? Nein, das meinte ich nicht...“ Mein Freund war sichtlich verlegen, als habe er komplett vergessen, dass wir nicht alleine waren.
„Ach, Lucifer will dich nur aufziehen, Daemon. Mach dir nichts draus. Ich finds süß wie du dich um Lillith kümmerst.“
Das half nun auch nicht mehr. Der Moment war weg.

Der Schultag begann mit einer Überraschung.
„Klasse, wir haben heute einen neuen Schüler in unserer Mitte. Sei so gut und stell dich vor.“ Neben dem Lehrer stand ein Junge in unserem Alter. Das Licht zauberte einen goldenen Glanz auf die schwarzen Wellen seines Haares, das bis etwas unterhalb seiner Schultern reichte, und ein Paar goldener Augen betrachtete uns, halb verdeckt von langen, dunklen Wimpern. Der Neue besaß eine Schönheit wie man sie sonst nur in Kunstwerken fand. Alles an ihm war wie aus Marmor gemeißelt oder mit liebevoller Hand auf eine Leinwand gezaubert.
„Mein Name ist Adrian Cruorem. Ich bin 17 Jahre alt und erst kürzlich von Wyoming hierher gezogen.“ Viel mehr schien er nicht sagen zu wollen.
Er mochte vielleicht behaupten, er sei 17, doch ich glaubte ihm kein Wort. Etwas ging von ihm aus das weitaus älter war; vielleicht sogar älter als ein Mensch überhaupt werden konnte. Sein Blick streifte mich, und ich spürte, wie sich meine Nackenhaare aufstellen. Er war schön, ja, aber in diesem Moment war ich mir sicher, dass er auch brandgefährlich war.
Er ließ sich auf dem freien Platz neben mir nieder, und immer wieder konnte ich spüren, wie er mich ansah.
Nach einer halben Stunde sah ich halbherzig zu ihm herüber. „Hab ich was im Gesicht?“
Er wirkte nicht einmal ertappt, sondern lächelte charmant. „Nein, absolut nicht. Ich kam nur nicht umhin zu bemerken, dass du sehr hübsch bist.“
„Danke. Mein Freund ist derselben Meinung.“ Bumm, Grenze aufgestellt. Nun blieb abzuwarten, ob Prettyboy es wagte, sie zu überschreiten.
„Oh, er kann sich sehr glücklich schätzen, kein Zweifel. Sag, würde es dir etwas ausmachen, wenn ich beim Mittagessen bei dir am Tisch sitze?“
„Tut mir leid, unser Tisch ist voll.“ Ich hatte Gänsehaut, und momentan wäre die Distanz zwischen dem Klassenzimmer und Pluto nicht genug gewesen, um mich vor ihm sicher zu fühlen. Ich wollte nur noch weg, in Daemons schützende Arme flüchten und hoffen dass dieser Adrian möglichst schnell aus unserem Leben verschwand. Dieser Junge ließ bei mir alle Alarmglocken läuten. Und scheinbar war ich nicht die einzige. Allen Mitschüler, von denen ich wusste, dass sie magische Kräfte besaßen, schien er nicht ganz geheuer zu sein. Das schloss natürlich auch meine Freunde mit ein.
Es war die wohl schwierigste Unterrichtsstunde meines Lebens. Mit Adrian neben mir konnte ich mich absolut nicht konzentrieren.

In der Pause rannte ich geradezu zu Daemon und klammerte mich an ihn wie eine Ertrinkende.
„Schatz, mit diesem Typen stimmt was nicht.“
„Das habe ich auch gemerkt.“ Daemon hielt mich fest, und erst dann bemerkte ich, wie kalt mir war. Als habe mir jemand alle Wärme aus den Knochen gesaugt.
Elvira war die nächste, die mich in die Arme schloss. „Lillith, du bist ja eiskalt! Was hat er mit dir gemacht?!“
„Ich... ich glaube, nichts. Außer mir Angst zu machen. Brrr....“ Dann blickte ich auf und knurrte. „Was macht der denn hier?“
Am anderen Ende des Schulhofes, nahe des Eingangs, stand Leon.

______

Schreibend,
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-Ich, 2018


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