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Re: Plauderecke

Verfasst: 05.01.2019, 23:43
von Hans Gurtner
Geehrter Herr Zuchtmann.

Ich kann vermelden, dass es ein prächtiges Stierkalb ward, welches am 01. 01. 2019, um 00 Uhr 2 das Licht der Stalllaterne erblickte.
Leider kann ich als Landwirt, wie Sie ja schon erwähnten, nicht über meine Zeit frei verfügen.
Einmal ruft die Pflicht im Stall, und ein andermal am Felde. Und das Gesinde beaufsichtigt sich auch nicht selbst.
So werde ich morgen Abend mit meinem Mercedes 180 D bei Ihnen sein, um Sie für die Fahrt zum Kloster abzuholen.
Das Automobil muss nach der Instandsetzung wieder bewegt werden. Ich habe es von meinem seligen Herrn Vater zur Vermählung bekommen.
Leider stand es die letzten 20 Jahre im Schuppen unter einem Heuhaufen, und erst vor 2 Monaten fanden es die Kinder beim Spielen wieder.
So habe ich es wieder in Schuss gebracht, und einer Fahrt zum Kloster steht nichts mehr im Wege.
So kann sich auch Ihre Frau einmal ordentlich ausruhen.
Sie redlich grüßend, Hans Adam Gurtner.

Re: Plauderecke

Verfasst: 06.01.2019, 23:23
von Manuel Zuchtmann
Geehrter Herr Gurtner

Besten Dank. Natürlich fahre ich gerne in Ihrem Mercedes mit. Ich höre ihn bereits vor meinem Hause...
Den Rest können wir dann auf der Fahrt besprechen.

Sie herzlichst grüssend
Manuel Zuchtmann

Re: Plauderecke

Verfasst: 07.01.2019, 15:18
von Hans Gurtner
Werter Herr Zuchtmann.

Nun sahen Sie nicht nur ein Automobil mit allen Vorzügen, sondern konnten sich auch von seiner Beschleunigung überzeugen.
In 14 Sekunden auf 80 ist schon sehr schnell. Dann das moderne Radiogerät von welchem man per Tonband die Heilige Messe mitverfolgen kann, ist schon etwas anderes als in einem klapprigen Karren diesen langen Weg zurück zu legen.
So schafft man den Weg in nur 1 Stunde und man kommt ausgeruht am Zielort an.
Nur den Motor muss ich noch abdichten, denn der Ölverbrauch von 4 Litern war schon enorm.
Das nächste Mal möchte ich nicht alle 20 Minuten 1,2 Liter Öl nachfüllen, denn das geht in s Geld.
Dem Boden macht das weniger da er das Öl gleich aufsaugt, aber der Geldbörse schadet es sehr.

Mit christlichen Grüßen, Hans Adam Gurtner

Re: Plauderecke

Verfasst: 09.01.2019, 23:47
von Manuel Zuchtmann
Werter Herr Gurtner

Besten Dank für die flotte Fahrt.
Das mit dem Öl wundert mich nicht wirklich. Wenn ein Auto zwanzig Jahre unter einem Heuhaufen gestanden hat, ist halt einiges undicht.
Aber Sie mit Ihrem handwerklichen Geschick bringen das sicher wieder hin.

Allerdings frage ich mich, wie redlich das Fahren mit Automobilen ist. Bislang habe ich die Verwendung von moderner Technik so gut es ging
vermieden, ausser natürlich sie stand im Dienste der Missionierung. Also zum Beispiel Druckerpressen für Traktate.

Tief nachdenkend,
Manuel Zuchtmann

Re: Plauderecke

Verfasst: 10.01.2019, 16:47
von Hans Gurtner
Werter Herr Zuchtmann.

Ihr Wort in GOTTes Ohr. Auch ich sträube mich in so ein stinkendes Ding einzusteigen da diese nur die Umwelt verschmutzen, doch sind die Vorzüge einfach nicht wegzuleugnen.
Ein sehr, sehr, zweischneidiges Schwert. Aber wenn ich bedenke, dass ich mit dem Automobil die Gassen im Dorf in 1 Stunde abfahre um die gelben Säcke einzusammeln, wogegen ich vorher mit dem Handkarren 1 ganzen Tag brauchte, so ist es natürlich eine enorme Zeitersparnis.
Ich heize momentan mit dem Plastikabfällen meinen Kachelofen um teures Brennholz zu sparen.

Den Nachbarn passt das zwar nicht so da sie die Wäsche nicht mehr vor das Haus hängen können zur Trocknung. Der schwarze Russ aus meinem Kamin färbt deren Wäsche meist einheitlich schwarz.

Mit freundlichen, redlichen Grüßen. Hans Gurtner.

Re: Plauderecke

Verfasst: 10.01.2019, 21:06
von Manuel Zuchtmann
Werter Herr Gurtner

Mit der Zeitersparnis haben Sie natürlich völlig Recht. Aber ist Autofahren wirklich redlich? Ich werde einmal mit unserem HH. Pfarrer
darüber sprechen.
Es kommt sicher darauf an, wofür man die eingesparte Zeit verwendet. Wenn es für Gebete oder zum Missionieren ist, ist der Einsatz des
Automobils sicher gelegentlich gerechtfertigt. Aber man sollte keinesfalls auf die alten, bewährte, töften Fortbewegungsmittel wie
Ochsenkarren oder Sänften verzichten. Vergessen wir nie unsere Wurzeln!
Auch ich heize übrigens aus Kostengründen mit Plastikabfällen, wie ich Ihnen in einem andern Faden schon geschrieben habe.
Man kann mit dem eingesparten Geld so viel Gutes tun! Ich zum Beispiele spende es an die Korrektionsanstalt für gefallene Gören, in
deren Vorstand ich sitze.

Mit redlichsten, ergebenen Grüssen
Manuel Zuchtmann

Re: Plauderecke

Verfasst: 10.01.2019, 23:34
von Hans Gurtner
Geehrter Herr Zuchtmann.

Wahre Worte aus der Feder eines echten Christenmenschen. Natürlich, wie wir alle wissen, ist das Automobil für 5.174 Opfer alleine im Jahre des HERRn 2006 verantwortlich. Da wird immer mit dem Finger auf die alkoholisierten Autofahrer gezeigt, welche nicht einmal für 1 % der Opfer zu verantworten ist. Das motorisierte Fahrzeug ist und bleibt natürlich eine Gefahr für die Menschen, das kann man nicht weg leugnen.
Daher sollte man nicht den Alkohol, sondern das Kraftfahrzeug in den Mittelpunkt der Gefahrenquellen stellen.
Für meine tägliche Arbeit am Hof wird natürlich noch traditionell das Pferd, oder der Ochse herangezogen.
Der alte Traktor welcher im Schuppen steht, stammt aus dem Erbe eines Onkels, und den werde ich in Kürze nach Afrika spenden, damit die dortigen Bauern ihre Felder bestellen können.
Ihr Bub, welcher wieder bei uns im Kloster ist, hat sich auch bereit erklärt mit mir in der nächsten Woche mit dem Pferdefuhrwerk die Gassen ab zufahren um gelbe Säcke und alte Linoleum Böden, welche oft neben der Straße zur Abholung bereit liegen, für das Kloster einzusammeln.
Wie Sie ja bestens wissen, ist unser Kloster nicht sehr reich, und auf diese Heizmaterialien angewiesen um die kalten Tage besser zu überstehen.

Noch einen alten Gummistiefel in den Kachelofen schiebend, und mit redlichen Grüßen mein Schreiben beendend. Hans Gurtner.

Re: Plauderecke

Verfasst: 11.01.2019, 16:32
von Manuel Zuchtmann
Werter Herr Gurtner

Man sieht auch hier, welch redlicher Christ Sie sind. Auch ich benutze, wenn immer es geht, lieber traditionelle Fortbewegungsmittel.

Andrerseits sollten gerade wir Christen uns der modernen Technik nicht völlig verschliessen. Sie bietet auch viele knorke Möglichkeiten, zum
Beispiel Missionierung über Fernsehen, Überwachung der Kinder durch Schlautelefone, bargeldloser Spendeneinzug durch die Kirche,
schnelles Herbeieilen per Automobil bei gottlosen Umtrieben (nur allzu häufig heutzutage), Aufspüren von Hechsenhäusern in Wäldern mit Radar
und vieles mehr.

Der Tradition verbunden und gleichzeitig fortschrittlich denkend
Manuel Zuchtmann